Erfolg durch Haltungsziele

Führungskräftecoaching: Erfolg durch Haltungsziele

Im Alltag scheitern Coachees manchmal an der Umsetzung der vorgenommenen Ziele. Auch wenn diese in bester SMART Manier perfekt definiert wurden,
sind doch der innere Schweinehund oder die Rahmenbedingungen letztendlich stärker und die angepeilte Veränderung kann unter die Räder kommen.
Das Zürcher Ressourcenmodell (ZRM®) greift neuste Erkenntnisse aus Hirnforschung und Motivationspsychologie auf. Mit der Arbeit an Mottozielen ermöglicht ZRM ® einen kreativen Prozess mit Tiefgang, der statt an Verhaltens- oder Ergebnisplänen zu arbeiten die eigene Haltung verändern kann. Das ZRM ® als Methode schließt damit eine Lücke, die es Coachees ermöglicht, selbstbestimmt und mit Freude und Energie an ihre Ziele heran zu gehen.

 
Statt auf einen Soll Zustand abzuzielen beschreibt ein Mottoziel die eigene Haltung im Hier und jetzt. Ein Mottoziel bzw. Haltungsziel ist bewusst bildhaft formuliert und
so wenig wie möglich mit dem Verstand konstruiert. Es soll mit eigener Kontrolle erreicht werden können und mit einem positiven Gefühl besetzt sein. Um an die dazu wichtige Haltungsebene zu kommen, führt der Coach den Coachee an sein unbewusstes emotionales Erfahrungsgedächtnis heran. Dieser Teil des Gehirns äußert sich z.B. bei Entscheidungen recht schnell als gutes oder schlechtes Bauchgefühl und ringt oft mit dem Urteil, das der bewusste Verstand etwas zeitverzögert abliefert.
Ist unser Verstand also im Einklang mit unserem unbewussten Erfahrungsspeicher, findet eine gute Selbstregulation statt, wir handeln dann aus voller Überzeugung und nichts kann uns stoppen. Diese Stimmigkeit ermöglicht psychisches Wohlbefinden, Selbstwirksamkeit und Motivation.
Erst seit den letzten 10 Jahren befasst sich die Forschung aktiv mit unbewusster Zielverfolgung. Nach Storch und Faude-Koivisto wird dieser innere Dialog zwischen Verstand und unbewusstem Selbst geführt. Dieses unbewusste Extensionsgedächtnis hat als emotionales Bewertungssystem im limbischen System des Gehirns die gesamte Lebenserfahrung eines Menschen gespeichert. Kann ein Coachee sein Ziel darüber abbilden, wird er es mit hoher Energie und mehr Optimismus und Frustrationstoleranz verfolgen.
Der ZRM Prozess arbeitet deshalb mit Bildern. Bei der Bildauswahl achtet der Coachee auf die Signale seines unbewussten Selbst, also seines emotionalen Bewertungssystems, die sog. Somatischen Marker. Im ZRM versucht der Coachee also vom Wunsch zum Ziel zu kommen, indem er die dazu notwendige Haltung im Mottoziel mit Hilfe eines oder mehrerer Bilder  sehr sorgfältig formuliert. Diese Formulierung wird immer wieder dahingehend reflektiert, ob und wie somatische Marker bzw. positive Gefühle und Reaktionen ausgelöst werden. Ein Bild und damit zusammenhängend ein formuliertes Mottoziel, das uns berührt, erzeugt ein Lächeln, fasziniert uns, tut uns gut und gibt uns ein gutes (Bauch-) Gefühl.
 
Erinnerungshilfen an die gewünschte Haltung können Gegenstände, Farben, Töne etc. sein, die im Alltag unbewusst an das Motto- bzw. formulierte Haltungsziel erinnern (z.B. ein Passwort am Arbeitsplatz, ein Schlüsselanhänger oder ein Gegenstand auf dem Tisch). Das Gehirn erhält durch diese sog. Primes somit regelmäßig Impulse zur Haltung und knüpft neue Verbindungen. Wird die Erinnerungshilfe als bestimmte Bewegung (z.B. aus Yoga oder Tai Chi) erzeugt, spricht man von Embodiment. Durch diese individuelle Bewegungsfolge mobilisiert der Coachee seine positiven Gefühle bezogen auf sein Haltungsziel. Die verknüpfte Bewegung kann zusätzlich auch unauffällig klein sein und auf einer Mikroebene stattfinden.
Motivation entsteht so aus sich selbst heraus durch gezielte Aktivierung der unbewussten Ebenen im Gehirn. Coachees können dabei lernen, den Signalen Ihres Körpers mehr Raum zu geben und dadurch an Motivation und Überzeugungskraft zu gewinnen. Bisher wurden Körper und Gehirn im Sinne von Verstand sehr isoliert betrachtet. In der Wechselwirkung schlummert enormes Potential zur Persönlichkeitsentwicklung für zukünftige Generationen an Führungskräften.
 
 
 
Quellen
Frank Krause & Maja Storch: „Ressourcenorientiert coachen mit dem Zürcher Ressourcen Modell – ZRM“, in Zeitschrift “Psychologie in Österreich“ 1/2006, Wien Österreich
Tüscher Irena: „Lustvoll unterwegs mit ZRM®“, in Zeitschrift „Forum Kinesiologie“ 12/2012, Winterthur, Schweiz
Maja Storch und Tanya Faude-Koivisto: „Ressourcen aktivieren mit Mottozielen“, in  „Professionell coachen©, Belz Verlag 2014
Maja Stroch: „Das Geheimnis kluger Entscheidungen“, Piper Verlag 2019