Einführung durch 6 Reifephasen
Das KI-Reifephasenmodell von Dr. Marcus Disselkamp, als Whitepaper durch die Haufe Akademie im Jahr 2024 publiziert, ist ein Instrument zur Planung und Fortschrittsmessung von KI-Initiativen. Die Mitarbeitenden durchlaufen dabei bei der Einführung von Künstlicher Intelligenz die 6 Phasen Awareness (1), Strategie (2), Governance (3), Experiment (4), Integration (5) und Skalierung (6), wobei jede Phase auch eine jeweils höhere Reifegradstufe im Bereich der KI darstellt. Das Modell liefert auch ein KI-Promotorenmodell, in dem die Verantwortlichkeiten der 3 zentralen Rollen Machtpromotor, Prozesspromotor und Fachpromotor beschrieben und voneinander abgegrenzt werden. Die Vorgehensweise mit solchen Unterstützer-Modellen zu arbeiten wird bereits von Moss-Kanter im Wheel of Change 2011 aufgegriffen.
Das KI-Reifephasenmodell ist sehr hilfreich für das Monitoring von KI-Initiativen und sehr gut geeignet, um mit noch expliziteren Change Management Instrumenten kombiniert zu werden.
KI heißt Change Management
Die Einführung von KI-Initiativen birgt im Vergleich zu herkömmlichen Veränderungsvorhaben wie Prozessveränderungen, Umstrukturierung oder Qualitätsinitiativen eine erhöhte Komplexität. KI-Einführungen haben zum einen den technischen Anteil und zum anderen den emotionalen Aspekt der betroffenen Mitarbeitenden, die sich mitunter in komplexeren Tätigkeiten wieder finden und auch in den KI-Einführungs-phasen einer Doppelbelastung ausgesetzt sind. Keller und Aiken beschreiben in ihrem Artikel “Changing Change Management“ schon in 2009, dass 70% aller Veränderungsinitiativen an mangelnder Unterstützung vom Management und Widerstand der Mitarbeiter scheitern.
Die Anwendung von Lewins bewährtem Phasenmodell Unfreeze, Move, Refreeze auf das KI-Phasenmodell von Marcus Disselkamp zeigt, dass Awareness (1) und Strategie (2) als Unfreezephase gesehen werden können, die Phasen Governance (3) – Skalierung (6) als Move Phase. Eine Refreeze- bzw. Stabilisierungsphase würde sich direkt an das KI-Phasenmodell anschließen. Nach Lewin gilt es besonders in der Unfreeze-Phase den Soll-Zustand und die Anforderungen von Ist nach Soll aufzuzeigen, Motivation für den bevorstehenden Veränderungsprozess zu erzeugen. Erst wenn alle Protagonisten verstanden haben, worum es geht, wie das Vorgehen ist und was von Mitarbeitenden, speziell von den Führungskräften, erwartet wird und erst, wenn eine tragfähige Strategie entwickelt ist, erfolgt die Freigabe für die Move-Phase, z.B. in einem Gate 1.
In der Praxis könnten zwei Quality-Gates als Meilensteine zur Absicherung von Change Management-Aufgaben nach dem Einstieg und vor der Skalierung einen hilfreichen Dienst leisten.
Zwischen Gate 1 und 2, also nach der Einstiegsphase und vor der Pilotierung gilt es nochmals auf Daten-Qualität zu achten, dies wäre ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur erfolgreichen KI- Implementierung.
Mehr dazu auch im Artikel KI Einführung heißt Change Management und Mit dem Stage Gate Prinzip zur KI Implementierung.
